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Der Mindestlohn ist da!

Was hat sich durch den Mindestlohn geändert?

Die Bundesregierung hat es beschlossen: Wie schon in vielen anderen Ländern gilt nun auch in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn. Mit dem neuen Gesetz bekommt somit jeder in Deutschland eine Vergütung von mind. 8,50 Euro pro Stunde für seine Arbeit.

 

Vergütung

 

Für wen gilt der Mindestlohn?

Der Mindestlohn gilt grundsätzlich für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aller Branchen. Jeder Arbeitgeber ist deshalb, bis auf wenige Ausnahmen, verpflichtet, seinen Mitarbeitern diesen Mindestlohn zu zahlen.

Haben Mini-Jobber Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn?

Ja, auch Volljährige mit geringfügiger Beschäftigung (bis zu 450 Euro im Monat) haben Anspruch auf 8,50 Euro pro Stunde, unabhängig davon, wie viele Stunden pro Woche sie arbeiten.

Was ist in der Ausbildung?

• Das neue Gesetz gilt nicht für Auszubildende, da sie keine Arbeitsverträge, sondern Ausbildungsverträge abschließen.

• Auch Praktika, die Schülerinnen und Schüler oder Studierende im Rahmen ihrer Ausbildung absolvieren, findet kein Tarifvertrag Anwendung.. Das bedeutet, dass sich die Höhe der Ausbildungsvergütung weiterhin nach einschlägigen Tarifverträgen richtet. Grundsätzlich wird der Mindestlohn für alle in Deutschland tätigen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen über 18 Jahren in allen Branchen und Regionen gelten.

Das Praktikum

Praktikanten haben zwar Anspruch auf Mindestlohn, aber es wird nicht jedes Praktikum bezahlt. Einen festgelegten Stundenlohn gibt es nur unter bestimmten Voraussetzungen:

• Das Praktikum dauert länger als 3 Monate

– Der Mindestlohn wird nur dann fällig, wenn das Praktikum länger als drei Monate dauert. Das liegt daran, dass ein Praktikant in der Regel nicht sofort einen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens leistet. Zuerst ist eine Einarbeitung nötig, die das Unternehmen Zeit und Geld kostet. „Kurz-Praktika“ wären für die Betriebe sonst deutlich zu teuer.

– Dauert das Praktikum allerdings länger als 3 Monate, wird der Mindestlohn ab dem 1. Tag fällig.

• Es handelt sich um ein freiwilliges Praktikum

– Handelt es sich um ein Pflichtpraktikum, das von Schule, Ausbildungseinrichtung oder Hochschule vorgeschrieben ist, haben die Praktikanten keinen Anspruch auf den Mindestlohn. Dasselbe gilt für ein Praktikum im Rahmen einer Berufsausbildungsvorbereitung oder in einer betrieblichen Einstiegsqualifizierung.

– Keine Anwendung auf Praktika findet das Mindestlohngesetz ebenfalls im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung nach dem SGB III und Maßnahmen einer Berufsausbildungsvorbereitung nach dem Berufsbildungsgesetz.

– Handelt es sich jedoch um ein „Orientierungspraktikum“ oder ein ausbildungs- bzw. studienbegleitendes Praktikum, das länger als drei Monate dauert, ist es ab dem ersten Tag der Beschäftigung mit dem Mindestlohn zu vergüten

• Der Praktikant ist mindestens 18 Jahre alt

– Der Mindestlohn gilt nur für Erwachsene. Somit soll verhindert werden, dass ein Praktikant aufgrund des vergleichsweise hohen Lohns auf eine Berufsausbildung verzichtet. Kurzfristig wäre das zwar finanziell von Vorteil, langfristig aber nachteilig, da man mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung langfristig bessere Chancen am Arbeitsmarkt sowie bessere und höhere Verdienstmöglichkeiten hat.

Ausbildung

Folgende Ausnahmen und Übergangsregelungen wurden beschlossen:

• Auszubildende sind vom Mindestlohn ausgeschlossen.

• Jugendliche unter 18 Jahre ohne Berufsabschluss sind vom Mindestlohn ausgeschlossen.

• Langzeitarbeitslose (zwölf Monate oder länger) können für die ersten sechs Monate abweichend vom Mindestlohn beschäftigt werden.

• Personen, die ein Ehrenamt innehaben, erhalten keinen Mindestlohn. Für Zeitungszusteller gilt eine stufenweise Einführung des Mindestlohns (ab 1. Januar 2015 mind. 75 %, ab 1. Januar 2016 mind. 85 %, ab 1. Januar 2017 bekommen sie 8,50 Euro, ab 1. Januar 2018 gilt der dann beschlossene Mindestlohn).

Ansonsten sind keine Ausnahmen möglich. Praktikanten und andere Arbeitnehmer, die keinen Anspruch auf Mindestlohn haben, können hierauf verzichten! Der Mindestlohn ist zwingend.

Foto Mindestlohn: Dirk Vorderstraße:https://www.flickr.com/photos/dirkvorderstrasse/
Bildrechte: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Foto Jugendliche:OKF DE: https://www.flickr.com/people/okfde/
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