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Ein Berufsschullehrer erzählt!

Der Berufschullehrer

Mein Name ist Marco Hilger und ich möchte in diesem Beitrag meine Arbeit beziehungsweise meine Aufgaben als Berufsschullehrer vorstellen. Ursprünglich habe ich den Beruf des Kfz-Mechanikers (heute Kfz-Mechatroniker) erlernt. Ich wusste aber damals schon, dass meine Ausbildung damit noch nicht zu Ende war. Die Kfz-Branche bietet dafür schon immer sehr gute Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Nach dem Besuch der Fachoberschule für Technik schuf ich die Voraussetzung für ein Studium an der Fachhochschule. Ein Abschluss als Diplom-Ingenieur für Fahrzeugtechnik sollte zunächst der Abschluss meiner Laufbahn sein. Manchmal aber kommt es anders als man denkt. Der Drang mein Wissen jungen Leuten mitzuteilen und diese auf einem kurzen Weg ihrer Ausbildung zu begleiten wuchs. So kam es, dass ich den Weg des Berufsschullehrers einschlug und feststellte, dass es eine tolle Erfahrung ist mit jungen Leuten jeglicher Herkunft zu arbeiten und zu lernen.

Wie wird die Brücke in der dualen Ausbildung zwischen Betrieb und Berufsschule geschlagen?

Der allgemeine Werkstattalltag und die in der Berufsschule vermittelten Lernfelder sind nicht immer identisch mit den jeweiligen Ausbildungszeitpunkten. Es ist manchmal eine Herausforderung, theoretische Grundlagen für praktische Arbeiten zu bilden, die in der Praxis noch nicht durchgeführt wurden. Hierbei sind Anschauungsobjekte, moderne Medien, Projekte und auch Labortätigkeiten sehr hilfreich.

Die Lehre und Arbeit in der Berufsschule sind dadurch aber auch sehr abwechslungsreich sowohl für die Auszubildenden als auch für die Berufsschullehrer. In Abstimmung mit den Betrieben wird in der dualen Ausbildung aber stetig ein enger Kontakt gepflegt, so dass auch die Ausbilder in den Betrieben ständig über den Leistungsstand des Auszubildenden informiert sind.

 

Anforderungen BerufDie Anforderung an den Kfz-Mechatroniker ist heutzutage sehr groß

Mit der Komplexität des Automobils wächst auch die Anforderung an den Kfz-Mechatronikers in der Werkstatt. Hierbei werden viele Arbeiten nicht ausschließlich von Spezialisten, sondern auch von dem Kfz-Mechatroniker-Gesellen durchgeführt. Dies ist keine Ausnahme; sondern Alltag in der Kfz-Werkstatt.

Ein ständig wachsender Anteil an modernen und vielseitigen Systemen hat in das Automobil Einzug genommen. Der Kfz-Mechatroniker muss hierbei mit seinen Aufgaben wachsen! Immer häufiger wird der Schraubenschlüssel gegen den PC, moderne Messgeräte oder auch das Diagnosegerät getauscht. Wer der Meinung ist, dass in den Werkstätten ausschließlich Teile getauscht werden, wird bei einem Blick in die Werkstatt – hinter den Kulissen – eines Besseren belehrt. Vielleicht sollte auch der Begriff „Werkstatt“ in den Begriff „Diagnose-Werkstatt“ umbenannt werden.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für den Berufsschullehrer aus?

Der Tag des Berufsschullehrers beginnt früh, selten startet er zu Unterrichtsbeginn. Denn vor dem Unterricht sind meist noch Verwaltungsakte, letzte Vorbereitungen für den Unterricht (Kopien anfertigen, Folien erstellen, Beamer aufstellen….) und Absprachen mit den Kollegen zu erledigen. Auch der Kaffee vorab darf natürlich nicht fehlen 🙂

Beginnt dann der Unterricht, dann ist es mit der Verwaltung nicht vorbei. Die Auszubildenden werden auf Anwesenheit geprüft und über den Tag informiert. Dann kann der eigentliche Unterricht beginnen. Es werden meist verschiedene fachdidaktische / pädagogische Methoden angewandt, diese können Projekte, Gruppenarbeiten, Laborübungen oder auch – wenn notwendig -Frontalunterricht sein. Dies ist ganz vom Thema, der Größe der Klasse und auch von den vorhandenen Möglichkeiten abhängig.

Nach Durchlaufen der verschiedenen Unterrichtsstunden, die nach Lernfeldern und didaktischen Jahresplänen sortiert sind, ist es dann auch irgendwann soweit, dass der Unterricht endet. Nicht aber die Arbeit des Berufsschullehrers! Jetzt kommt die Zeit, wo eventuell Betriebe oder Eltern über manche Auszubildende informiert werden müssen. Auch der nächste Tag muss geplant und vorbereitet werden, hierbei ist auch beispielsweise eine geschriebene Klassenarbeit zu kontrollieren und zu bewerten.

Berufsschule

Warum wird man Berufsschullehrer? Wer Spaß an der Arbeit mit jungen Menschen und ständig neuen Herausforderungen hat, sowohl im Bereich der Technik als auch mit den neuen Generationen, wird in diesem Beruf seine Berufung finden. Das Gefühl dabei zu sein, wenn die jungen Erwachsenen ihren wohlverdienten Lohn in Form ihres Gesellenbriefes erhalten, ist wirklich schön und macht auch stolz, einen kleinen Beitrag dazu geleistet zu haben.

 

Foto Klassenzimmer: https://www.flickr.com/photos/ceiling/
Bildrechte: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/Rechte:

2 Comments

  1. Marco Hilger sagt:

    Ich hoffe mit diesem Blog mal etwas Einblick in die „Welt“ des Berufsschullehrers zu geben. Viel Spass beim lesen.

  2. Ingo Meyer sagt:

    Lieber Herr Hilger, wie Sie sich denken können, habe ich mich über den Bericht sehr gefreut! Ich bin selten bis kaum auf Facebook. Um so mehr hat es mich gefreut, dass es Ihnen offensichtlich gut geht und Sie Ihre Entscheidung nicht bereut haben! Wir sollten uns mal wieder treffen. Sie haben meine E-Mail-Adresse!
    Viele Grüße!
    Ihr Ingo Meyer

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