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So wirst du zum Helden der Werkstatt!

Zugegeben, dieses Mal ist unser Titel etwas dick aufgetragen. Aber du wirst uns bestimmt zustimmen, dass man für das wichtige und notwendige Thema „Erste Hilfe“ ruhig mal in die Trickkiste greifen darf – schließlich ist es im Zweifelsfall überlebenswichtig, hier was drauf zu haben. In diesem Sinne: Gönn dir und uns die drei Minuten – es wird auch nicht weh tun. Versprochen!

 

Erste Hilfe – so rettest du Kollegen!

Auch wenn es dir nicht immer bewusst ist: Deine Arbeit findet in einem gefährlichen Umfeld statt. Du arbeitest mit leistungsstarken Maschinen, gefährlichen Flüssigkeiten, hohen Druckverhältnissen, Strom und scharfkantigen Gegenständen. Zwar ist die Zahl der Arbeitsunfälle in der Kfz-Branche in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgegangen, die Gefahr lauert aber in jeder Ecke. Alleine für das Jahr 2019 wurden bundesweit 507 Arbeitsunfälle mit Todesfolge registriert. Es lohnt sich also, den einen oder anderen Kniff zu kennen – nicht nur, um am Ende als Held dazustehen.

Du kannst nichts falsch machen!

Wichtig bei der ersten Hilfe ist vor allem deine Bereitschaft dazu. Die ist übrigens auch verpflichtend, denn unterlassene Hilfeleistung ist sogar strafbar. Wer keine Hilfe leistet, obwohl dies ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich wäre, wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe bestraft. Aber keine Sorge, soweit muss es ja nicht kommen, wenn du folgende drei Punkte beachtest:

Erkennen!

Geh mit einem wachen Auge durch die Werkstatt oder das Autohaus – und die Welt. Wenn jemand regungslos am Boden liegt oder offensichtlich gesundheitliche Probleme hat, solltest du nicht vorbeigehen. Auch die Symptome eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts solltest du kennen, um im Notfall reagieren zu können. Darüber hinaus: Zumindest diesen Punkt kannst du leicht abhaken, denn die meisten Arbeitsunfälle wirst du sehr leicht erkennen. Dein verletzter Kollege wird sich wahrscheinlich bemerkbar machen.

Beurteilen!

Wenn etwas passiert ist, versuche einen kühlen Kopf zu behalten: Selbst, wenn du dich an den letzten Erst-Hilfe-Kurs nicht erinnern kannst, bist du ein wertvoller Ersthelfer. Denn im Gegensatz zu dem Betroffenen bist du nicht im Schock- oder Panikzustand und kannst die Lage wesentlich besser beurteilen. Du kannst einschätzen, wie schlimm es ist und wer noch alles helfen kann. Das ist schon mal viel wert. Atme einmal tief durch und freu dich kurz, dass du dir diese drei Worte gemerkt hast. Denn mit der Beurteilung bist du schon bei Punkt zwei und mitten drin in deiner Hilfeleistung. Es läuft!

Handeln!

Das ist der wichtigste Punkt: Du musst handeln! Hol dir Hilfe dazu, ruf den Notarzt und hilf dem Verletzten mit der ersten Notversorgung. Stabile Seitenlage, Druckverbände oder die Herz-Lungen-Wiederbelebung solltest du draufhaben. Übrigens: Du solltest auch wissen, wo du dich befindest und was genau passiert ist – denn das sind die ersten Fragen, die du beim Notruf beantworten musst. Klingt blöd, ist aber häufig ein Problem – selbst am Arbeitsplatz.

 

Die richtige Notfall-Meldung: Die 5 W-Fragen

Damit die Notruf-Leitstelle schnell geeignete Einsatzkräfte alarmieren kann, musst du als Anrufer wichtige Informationen zum Unfall durchgeben. Dafür gibt es die fünf „W“-(Fragen)

1. Wo ist das Ereignis?

Gib den Ort des Ereignisses so genau wie möglich an (zum Beispiel Stadtteil, Straßenname, Hausnummer, Stockwerk, Firmennamen, Besonderheiten wie Hinterhöfe, Straßentyp, Fahrtrichtung, Kilometerangaben an Straßen, Bahnlinien oder Flüssen)!

2. Wer ruft an?

Nenne deinen Namen, deinen Standort und deine Telefonnummer für eventuelle Rückfragen!

3. Was ist geschehen?

Beschreibe kurz das Ereignis und das, was du konkret gesehen hast (was ist geschehen? was ist zu sehen?), beispielsweise Verkehrsunfall, Absturz, Brand, Explosion, Einsturz, eingeklemmte Person!

4. Wie viele Betroffene?

Schätze oder nenne die Zahl der betroffenen Personen, ihre Lage und die Verletzungen! Gib bei Kindern auch das – gegebenenfalls geschätzte – Alter an!

5. Warten auf Rückfragen!

Lege nicht gleich auf: die Mitarbeiter der Leitstelle benötigen von dir vielleicht noch weitere Informationen!

 

Augen auf und durch

Die beste Vorsorge ist übrigens, wenn du dich zwischendurch mal mit dem Thema auseinandersetzt. Denn es ist nicht die Frage, ob der Notfall kommt, sondern nur wann. Weißt du beispielsweise, wer in deinem Betrieb der offizielle Ersthelfer ist? Wo ist der Erste-Hilfe-Kasten? Wo sind die Feuerlöscher? Gibt es vielleicht sogar einen Defibrillator. Alles gute Fragen, die man zwischendurch mal klären kann. Also scheut euch nicht eure Vorgesetzten oder Kollegen anzusprechen. Dann läuft auch im Notfall alles, wie geschmiert.

Bleibt gesund,

Euer Daniel

 

Auch das hier ist interessant:

Schlaganfall: https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/verstehen-vermeiden/schlaganfall-erkennen/fast-test

Herzinfarkt: https://www.herzbewusst.de/angina-pectoris-herzinfarkt/herzinfarkt-sypmtome-vorsorge

Beatmung: https://www.youtube.com/watch?v=rLuo_XqkFmY

 

 

 

 

Bildquelle: von Hans Braxmeier auf Pixabay
Daniel Schreiber

Daniel Schreiber

Als waschechter Bergheimer erinnert sich Daniel noch heute an seinen ersten Traumwagen: Einen´77er Opel KADETT City in Himmelblau, der auch noch fuhr, als er schon längst nicht mehr fahren sollte. Das Schönste daran: Ein beherzter Schlag auf den Vergaser löste damals noch die Probleme, statt das Bauteil für immer zu zerstören. Heute beschäftigt sich Daniel eher mit Blogs sowie Texten und schraubt höchstens an seiner E-Gitarre herum. Die Ergebnisse beim Schreiben und Musikmachen sind dabei auch deutlich brauchbarer als seine Schrauberfähigkeiten, die über den Einsatz eines Hammers nie hinauskamen. Dafür ist sein aktuelles Auto immer sauber und top gesaugt – und das ist ja auch viel wert.

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