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Meine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker

Mein Ausbildungsbericht

Mein Name ist Philipp und ich möchte Dir in diesem Beitrag gerne von meinem Ausbildungsberuf als Kfz-Mechatroniker für Pkw-Technik berichten, der vielleicht auch Dein Traumberuf werden könnte.

Dass ich selbst von einem Traumjob sprechen kann, den ich gefunden habe, ist gar nicht mal so lange her. Eigentlich war ich in meiner Freizeit ein richtiger Computerfreak, sodass feststand: Ich möchte Fachinformatiker werden! Lust aufs Schrauben am Auto bekam ich dann allmählich durch etliche Kfz-Mechatroniker in meiner Familie, vor allem aber in meinem engen Freundeskreis. Wenn Freunde ihre Autos zu Hause reparierten, schaute ich ihnen beim ein oder anderen Öl- oder Zahnriemenwechsel über die Schulter und durfte  dabei erste Erfahrungen sammeln.

Kfz-Mechatroniker

Da mein Interesse – wie schon erwähnt – im Bereich von Computer und Technik nach wie vor sehr groß war, interessierte es mich anfänglich am meisten, mehr über die Elektrik in Kraftfahrzeugsystemen kennenzulernen. So war schnell klar, dass ich mehr Einblick haben wollte, weswegen ich mich zu einem Schnupper-Praktikum im Autohaus Newel in Cochem-Brauheck entschied. In diesen Tagen wurde mir die Vielfalt des Berufes erst richtig vor Augen geführt:

Die Arbeitstechniken, Werkzeuge sowie die zahlreichen Diagnosemöglichkeiten faszinierten mich enorm – das war schon etwas anderes, als einem Freund oder Onkel in der heimischen Werkstatt zuzusehen. Glücklicherweise durfte ich meine Ausbildung im August 2011 genau dort beginnen, wo meine Begeisterung zum ersten Mal bestätigt wurde, nämlich im Autohaus Newel.

Was sollte ich ab diesem Zeitpunkt nun also alles lernen?

Vieles im Alltag eines Kfz-Mechatronikers dreht sich um die Instandhaltung und Reparatur von kraftfahrzeugtechnischen Systemen, Service-Wartungen (bei Mercedes-Benz „Assyst“ genannt) sowie die Fehlersuche und -diagnose bei sämtlichen Bauteilen. Doch was heißt das konkret?

Ein Kunde kommt in die Werkstatt und beanstandet, dass der Motor seines Fahrzeugs „ruckelt“ und sporadisch sogar komplett ausgeht. Dieser Zustand kann viele mögliche Fehlerquellen haben, die es zu prüfen gilt. Zu diesem Zweck wird das Fahrzeug zuerst einmal mit einem Computer (Diagnosegerät) vernetzt und aufgrund der Eigendiagnose des jeweiligen Steuergeräts wird abgefragt, ob ein Fehler vorliegt. Wenn dem so ist, trägt dies in vielen Fällen zur Fehlersuche bei. Liegt zum Beispiel der Fehler eines Zündaussetzers vor, deutet dies in vielen Fällen auf folgende Ursachen hin: defekte Zündspule, defektes Zündkabel, defekter Zündkerzenstecker oder defekte Zündkerze. Durch eine Sichtprüfung oder Analyse mit Hilfe von elektrischen Messeinrichtungen lässt sich dann die exakte Fehlerquelle herausfinden.

Autoberufe

An diesem Beispiel aus meinem Ausbildungsalltag merkst Du also, dass man sich als Kfz-Mechatroniker ab und zu die Hände schmutzig macht, dass man sich jedoch in jedem Fall für EDV interessieren sollte, da die Fahrzeugelektronik elementarer Bestandteil beinahe jeder Diagnose ist.

Der Alltag in der Werkstatt kann jedoch nur dann funktionieren, wenn man erst einmal die nötigen Fachkenntnisse in der Berufsschule vermittelt bekommt. Im berufsbezogenen Unterricht lerne ich den Aufbau und die Funktion aller erdenklichen Systeme am Kraftfahrzeug. Zudem erlerne ich die Grundlagen der Metall- und Elektrotechnik. Einen sehr großen Bestandteil des Unterrichts bildet die technische Mathematik, bei der physikalische Größen wie die innere Motorleistung oder die Bremswirkung berechnet werden.

Darüber hinaus habe ich als Auszubildender bisher an unterschiedlichsten Lehrgängen teilgenommen: Metallverarbeitung, Vermessen von Motoren und Getrieben, Instandhaltung rund um die Bremsanlage, Diagnose von Fahrzeugelektrik sowie an vielen weiteren.

Meine tollsten Momente in der Werkstatt sind meistens die, in denen man nach stundenlanger Diagnose endlich den jeweiligen Fehler findet und ihn dann beheben kann.

Und, konnte ich Dich ein bisschen für meinen Beruf interessieren?

Falls ja, wäre es von Vorteil, wenn Du folgende Fähigkeiten mitbringst:

  • Kommunikationsbereitschaft
  • Teamfähigkeit
  • Interesse für Elektronik
  • und Interesse an Weiterbildung, denn in diesem Beruf muss man aufgrund der rasanten technischen Weiterentwicklung immer am Ball bleiben.

 

Kfz-Mechatroniker

Ich hoffe, mein Betrag konnte Dir einen hilfreichen Einblick in die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bzw. zur Kfz-Mechatronikerin verschaffen.

Tschüss, Philipp

PS: Ein toller Filmclip zum Thema:

2 Comments

  1. Othmar sagt:

    Hallo,
    wie toll ist das denn! Super, da würde ich sofort selber einsteigen, wenn ich in dem Alter wäre. Gut ge- und beschrieben. Mit dem Beitrag dürfte sich die Berufssparte eigentlich vor neuen Auszubildenden kaum retten können. Für junge Leute, die einerseits ein wenig in Richtung Computer-Nerd tendieren und andererseits an intelligenter Mobilität interessiert sind, scheint das – die weiteren genannten Interessen vorausgesetzt – genau das Richtige zu sein. Die Fahrzeuge der Zukunft werden sicher noch ganz andere Dinge können als heutige Autos, und das heißt, dass auch die entsprechenden Berufe mit ganz neuen Kenntnissen aufwarten werden. Darauf bietet dieser Beitrag schon einen sehr schönen Ausblick.
    Na denn, weiterhin viel Erfolg im und Freude am Traumberuf!
    Othmar

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