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Was leisten eigentlich Reifen?

Wenn man an neue Autos denkt, hat man dabei meistens schnittige Formen, innovative Motoren oder glänzende Felgen im Kopf. Eher selten machen wir uns aber Gedanken über einen der wichtigsten Parts bei fast jedem Fahrzeug: die Reifen. Dabei haben gerade die Reifen in den letzten Jahren einen mächtigen Schritt nach vorne gemacht. Neue Materialmischungen, Profile und Konzepte machen die Reifen zu einem der belastbarsten und flexibelsten Fahrzeugteil. Warum das so ist? Hier die Antworten!

 

Der Reifen folgt der Fahrzeugentwicklung

Wenn man Experten bei ihren Gesprächen über Tuning oder neue Fahrzeuge zuhört, erfährt man, dass die Reifentechnologie in den letzten zehn, fünfzehn Jahren enorme Innovationsschübe gemacht hat. Winterreifen sind heutzutage zum Beispiel wesentlich leiser und leistungsfähiger als um die Jahrtausendwende. Auch Ganzjahres- und Sommerreifen können wesentlich mehr als damals. Der Grund dafür ist relativ offensichtlich: Die Reifenentwicklung folgt der Fahrzeugentwicklung – und die macht in den letzten Jahren ganz erstaunliche Fortschritte. Unsere Autos werden zum Beispiel immer leistungsfähiger und schwerer – der Reifen muss damit Schritt halten können. Schau dir mal den Unterschied zwischen dem Golf I und dem neuen Golf VIII an. Zwischen den Fahrzeugen liegen Welten in Sachen Drehmoment, Geschwindigkeit und Bremsverhalten. Das heißt, der Reifen muss mit relativ ähnlichen geometrischen Abmessungen wesentlich größere Kräfte auffangen. JP Krämer hat das übrigens sehr schön auf den Punkt gebracht mit seinem Supertest der acht Ikonen. Schau mal rein!

 

Drei Gründe für Weiterentwicklungen

Für die Evolution der Reifentechnologie gibt es drei wesentliche Gründe:

1. Anforderungen der Automobilhersteller

Um den CO2-Ausstoß durch Kfz zu verringern, gibt es die sogenannten Rollwiderstandsklassen. Denn: Je weniger Rollwiderstand, desto weniger CO2-Ausstoß. Da die Fahrzeuge gleichzeitig immer leistungsfähiger werden, muss der Reifen hierbei einiges kompensieren. Wer hier als Erstausrüster die Nase vorn haben will, muss also Reifen anbieten, die wirklich leistungsfähig sind. Und genau das ist der Zündstoff für die enormen Entwicklungen der vergangenen Jahre. Ganz neue Profile und Materialmischungen führen zu regelrechten Superreifen, die es vor zwanzig Jahren nicht mal im professionellen Motorsport gab.

2. Anforderungen an Rohstoffe

Die Reifenindustrie ist seit jeher rohstoffabhängig und genau diese werden zunehmend wertvoller. Also versucht man althergebrachte Rohstoffe durch neue zu ersetzen, um ein „sustainable Product“ – also ein nachhaltiges Produkt – zu erhalten. Ein Beispiel: Continental hat in einem Entwicklungsprojekt für die industrielle Nutzung von Kautschuk aus Löwenzahn bereits einiges erreicht. Auf der Internationalen Automobilausstellung in Hannover wurden die ersten Versuchsreifen aus dem innovativen Material vorgestellt, das – abgleitet vom botanischen Namen für Löwenzahn (Taraxacum) – als Taraxagum bezeichnet wird.

3. Anforderungen an den Reifenabrieb

Abgeleitet aus den ersten beiden Punkten gibt es auch noch Anforderungen an den Reifenabrieb, der natürlich ebenfalls verringert werden soll. Hierbei forscht man unter anderem an neuen Füllstoffen, die dem Reifen hinzugefügt werden. Das Ergebnis dieser Entwicklungen und Forschungen ist ganz häufig auch eine erhöhte Sicherheitsleistung der Reifen. Neue Füllstoffe führen hierbei zu verbesserten Fahreigenschaften und einem ganz veränderten Temperaturverhalten, das dann der Performance entgegenkommt.

 

Schon gewusst? Ab dem 1. Mai gilt ein neues Reifenlabel!

Am 1. Mai tritt übrigens die neue Reifenkennzeichnungsverordnung in Kraft. Damit sollen Endkunden umfassender über die Reifeneigenschaften informiert werden als bisher. Und das sieht dann so aus (siehe Beitragsbild): Die Labelklassen für Rollwiderstand und Nassbremsweg werden neu geordnet und die Geräuscheinstufung wird mit einer Dezibel-Angabe und den Buchstaben A, B oder C dargestellt. Zudem geben Piktogramme an, ob es sich um einen Winterreifen mit geprüfter Schneehaftung nach der EU-Typgenehmigung handelt (3PMSF beziehungsweise Schneeflockensymbol) oder um einen Reifen mit besonderer Haftung auf Eis nach einem neuen ISO-Standard. Und: Endverbraucher können sich über einen QR-Code zusätzlich die individuellen Reifendaten aus einer EU-Datenbank herunterladen.

 

Ganz schön viel Input zu einem spannenden Thema, oder? Wenn du noch Fragen zum Thema hast, schreib uns doch einen Kommentar oder schau mal auf Facebook oder Instagram vorbei. Es lohnt sich.

 

Bleibt gesund!

 

Euer Daniel

 

Bildquelle: ZDK intern
Daniel Schreiber

Daniel Schreiber

Als waschechter Bergheimer erinnert sich Daniel noch heute an seinen ersten Traumwagen: Einen´77er Opel KADETT City in Himmelblau, der auch noch fuhr, als er schon längst nicht mehr fahren sollte. Das Schönste daran: Ein beherzter Schlag auf den Vergaser löste damals noch die Probleme, statt das Bauteil für immer zu zerstören. Heute beschäftigt sich Daniel eher mit Blogs sowie Texten und schraubt höchstens an seiner E-Gitarre herum. Die Ergebnisse beim Schreiben und Musikmachen sind dabei auch deutlich brauchbarer als seine Schrauberfähigkeiten, die über den Einsatz eines Hammers nie hinauskamen. Dafür ist sein aktuelles Auto immer sauber und top gesaugt – und das ist ja auch viel wert.

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