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Wenn der Schnappschuss nach hinten losgeht

Schnell ein Schnappschuss mit dem Smartphone, Facebook-Post schreiben und mit allen teilen: Schließlich sollen alle Freunde mitbekommen, was gerade Skurriles in der Werkstatt passiert oder welcher heiße Flitzer soeben in den Verkaufsraum gerollt ist. Keine Frage: Dass Dir Deine Ausbildung in einem Autoberuf Spaß bereitet, sollen alle wissen. Bei manchen Fotos kann der Schuss aber schnell nach hinten losgehen. Damit Deine Foto-Karriere auf Facebook keine Stolperfalle für Dich wird, halte die Spielregeln im Auge:

Fotos von Neufahrzeugen „erobern“ Facebook und Co. Facebook ermöglicht auch Dir, Produkte Deines Arbeitsgebers gut zu finden, anzupreisen und damit schlussendlich auch zu bewerben. Wenn Du allerdings Fotos von den Fahrzeugangeboten Deines Arbeitgebers öffentlich in Deiner Facebook-Chronik postest, ist das eine „geschäftsfördernde Aktivität“. Diese wird rechtlich Deinem Arbeitgeber zugerechnet. Beachtest Du dabei nicht die Spielregeln, kann das für Deinen Arbeitgeber sehr schnell sehr teuer werden.

Also keine Schnellschüsse! Zu den Spielregeln gehören die notwendigen Angaben zu Verbrauch und CO2-Emissionen laut dem so genannten Pkw-Label. Diese Angaben müssen zusammen mit den Angaben zur Motorleistung (ohne einen weiteren Klick) auftauchen. Wenn Du also Fotos vom neuen PS starken Roadster im Verkaufsraum postest, teilst oder weiterleitest, dann sprich Dich zur Sicherheit mit Deinem Chef ab. Er kann Dir zeigen, wie die entsprechenden Angaben gut sichtbar einzubinden sind.

Auch für Fotos von Kundenautos gelten eigene Spielregeln. Verboten ist es, wenn das Kfz-Kennzeichen zu erkennen ist (Datenschutz). Durch das einmalig vergebene Kennzeichen lässt sich eindeutig auf den Halter des Fahrzeugs schließen. Das gilt auch dann, wenn das Auto auf der Hebebühne steht und der Kunde selber nicht im Bild zu sehen ist. Vielleicht ist dem Kunden das aber gar nicht recht. Grundsätzlich gilt: Wenn Du ein Foto in einem sozialen Netzwerk hochlädst, dann greifen die Statuten des Seitenanbieters. So darf Facebook Deine Fotos frei verwenden. Das bedeutet, mit dem Hochladen der Fotos erhält Facebook die Bildrechte. Facebook kann diese Fotos dann nicht nur zur Eigenwerbung nutzen, sondern sie auch an Dritte übertragen und vermarkten.

Dein Foto wird mit dem Hochladen öffentlich und ist damit auch für andere Facebook-Nutzer sichtbar, abrufbar und veränderbar. Andere können Dich und weitere Personen auf dem Bild „markieren“. Das können sie zumindest dann, wenn Du oder die anderen Personen diese Funktion nicht selbst ausdrücklich bei Facebook abgeschaltet haben. Wie Du Deine eigene Privatsphäre schützen kannst, erfährst Du im Blog-Beitrag von Claudia Kefferpütz https://www.wasmitautos-blog.com/facebook-chef-1/.

Deshalb: Nimmst Du Kollegen oder Kunden vor die Linse, müssen diese ausdrücklich damit einverstanden sein, dass das Bild anschließend auf Facebook hochgeladen wird. Das fällt unter „Schutz der Persönlichkeitsrechte“. Willst Du also einen glücklichen Kunden bei Fahrzeugübergabe ablichten, dann lass Dir von Deinem Chef ein Formular für die schriftliche Einwilligung geben, die der Kunde unterschreiben kann.

Du siehst, privat und geschäftlich gehen auf Facebook oft ineinander über. Du bist auch als Azubi ein Aushängeschild Deines Arbeitgebers. Mache Dir das immer wieder bewusst. Halte Dir immer vor Augen, dass alles, was Du öffentlich hochlädst und sagst, auch auf Deinen Arbeitgeber zurückfallen kann. Schließlich können Dir in sozialen Netzwerken auch Kollegen und Kunden begegnen. Dann ist es besser, wenn Dir nichts unangenehm sein muss.

Wenn Du einen PC am Arbeitsplatz nutzt, dann informiere Dich vorab, ob Dein Arbeitgeber die private Nutzung des Firmen-Internets reglementiert hat. Und auch wenn Du ein Smartphone hast – Dein Arbeitgeber wird in jedem Fall erwarten, dass Du das Internet und auch Social Media privat auf Zeiten außerhalb der Arbeitszeit beschränkst.

 

 

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