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Wie kann ich mich gegen Mobbing wehren?

Mobbing am Arbeitsplatz

Reibereien und Streit gibt es immer mal auf der Arbeit oder in der Schule. Wo Menschen aufeinander treffen, entstehen auch Konflikte. Wann aber handelt es sich um Mobbing?
Laut Arbeitsrecht handelt es sich um Mobbing, wenn mehrere der folgenden Punkte vorliegen:

•        Der Azubi wird oft und ohne Grund kritisiert
•        Der Azubi wird vor anderen lächerlich gemacht und bloßgestellt
•        Der Azubi wird beleidigt und/oder diskriminiert
•        Die Arbeitsleistungen werden aberkannt
•        Der Azubi erhält Drohungen, auch Androhung von körperlicher Gewalt
•        Der Azubi wird nicht gegrüßt, niemand spricht mit ihm, Gespräche verstummen
•        Der Azubi wird bei seiner Arbeit behindert
•        Der Azubi wird sexuell belästigt

Dein Arbeitgeber hat seinen Mitarbeitern gegenüber eine Fürsorgepflicht. Ab Arbeitsantritt muss er alles Erforderliche für den Schutz von Leben und Gesundheit seiner Mitarbeiter tun. Dazu gehören etwa besondere Arbeitsschutzmaßnahmen, letztlich aber auch ein gesundes Betriebsklima. Das heißt, er muss umgehend Maßnahmen zu Deinem Schutz ergreifen.
Konkret bedeutet das, dass er einen mobbenden Mitarbeiter wegen seines Verhaltens ermahnen oder sogar abmahnen, versetzen und schließlich kündigen kann und muss.

Kommt er dieser Schutzpflicht nicht nach, darf das Opfer seine Arbeitsleistung einstellen sowie Schadensersatz seiner durch Mobbing entstandenen Kosten und Schmerzensgeld vom Arbeitgeber verlangen. Dies sollte aber immer der letzte Schritt sein! Vorher gibt es einiges, was Du unternehmen kannst.

Der erste Schritt sollte immer das klärende Gespräch mit dem/der Kollegen/in sein, der Dich mobbt, mit Deinem Ausbilder oder einem Kollegen Deines Vertrauens.

Hol Dir Hilfe!

Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit Externe miteinzubeziehen. Du kannst Dir Hilfe in Online-Foren, psychologischen Beratungsstellen, Krankenkassen, der Arbeitsagentur, Gewerkschaften und der Ausbildungsberatung der zuständigen Kammer holen. Auch Deine Eltern oder Freunde unterstützen Dich bei Deinen Sorgen.

Wenn jedoch alle Stricke reißen, können auch rechtliche Schritte eingeleitet werden. Denn Mobbing in Form von Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung kann strafrechtlich verfolgt werden. Hier ist es wichtig, sich dann professionelle Hilfe zu holen.

Mobbing in der Schule

Manchmal kommt es leider auch vor, dass man in der Berufsschule gemobbt wird. Dann suchen sich die Klasse oder einzelne Gruppen  einen Schüler aus und ärgern ihn, hänseln ihn, schließen ihn aus oder drohen ihm im schlimmsten Fall sogar. Sollte Dir so etwas passieren, such auf jeden Fall den Kontakt zu einem Lehrer Deines Vertrauens. Er kann Dir weiterhelfen.

Sprich darüber!

Es ist wirklich ganz wichtig, dass Du darüber sprichst. Friss es nicht in Dich hinein, dann wirkt sich diese belastende Situation irgendwann auf Deinen Körper und Deine Psyche aus. Rede mit Deinen Eltern, Freunden und auch auf jeden Fall mit einem Lehrer darüber.

Schreibe auf, wann was genau passiert ist. Dokumentiere die Ereignisse. Dann kannst Du später besser nachvollziehen, wer was gesagt oder getan hat, in einem Gespräch mit Deinem Lehrer zum Beispiel.
Für beide Bereiche gilt: Beziehe von Anfang an Stellung!

Lass Dir nichts gefallen. Sag, wenn Dich etwas stört, wenn Du etwas nicht in Ordnung findest am Verhalten Deiner Kollegen oder Klassenkameraden. Ganz ruhig und nicht anklagend! Du kannst zum Beispiel sagen: „Ich fühle mich ständig kritisiert von Ihnen, dabei empfinde ich diese Kritik als nicht gerechtfertigt!“

Wenn das nicht funktioniert, suche das Gespräch erneut, aber diesmal gemeinsam mit einer Vertrauensperson. Zieh zum Beispiel Deinen Lehrer oder Deinen Ausbilder/ Vorgesetzten auf der Arbeit hinzu. Führe ein Protokoll über dieses Gespräch.

Wie kommt es überhaupt zu Mobbing?

Die Ursachen hier sind vielfältig. Antipathie, Neid, Eifersucht, Frust, Rache oder einfach Ausgrenzung des Mobbing-Opfers wegen Andersartigkeit. Oft steckt ein Selbstwertproblem dahinter, wenn Menschen mobben. Um sich selber groß zu fühlen, machen sie andere klein. Das typische Mobbingopfer gibt es nicht. Es kann Menschen in Führungspositionen, Schüler, Azubis und auch Lehrer treffen.

Wichtig ist: Wehret den Anfängen!

Man sollte denjenigen, der mobbt, möglichst noch am Anfang ansprechen, wenn man noch locker an die Sache ran gehen kann und sich stark fühlt. Sobald man sich gekränkt und angeschlagen fühlt, wird ein sachliches und ruhiges Gespräch zu führen schwer. Also nicht in die Opferrolle gehen! Sich von Anfang an wehren!

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